Geschichte ist allgegenwärtig - überall und zu jeder Zeit, in der wir uns bewegen. Ganz besonders trifft das auf unsere Gegenwart zu, in der sich seit nur wenig mehr als einem Dutzend von Jahren in unserer nächsten Umgebung mehr verändert hat als in den vorangegangenen Jahrzehnten. Stellte gerade Weißensee über lange Zeit eine Landschaft dar, in der der Wechsel sich langsam vollzog, ist dies heute weitgehend anders geworden.
von Jürgen Kirschke
Wenn man die Frage stellt "Wie alt ist Weißensee?" bekommt man als Ersterwähnung die unterschiedlichsten Daten: 1237, 1242, 1313 oder 1375.
1375

Orte in der Mark Brandenburg, die sich auf 1375 bzw. 1376 als Ersterwähnung berufen, beziehen sich dabei auf das Landbuch des Kaiser Karl IV. der Landreiter ausschickte und eine erste "Inventur" seines Landes vornahm. Alle Orte, denen keine früheren Unterlagen bekannt sind, nutzen daher die Angaben des Landbuches als Ersterwähnung auch wenn sie in den meisten Fällen früher gegründet wurden. Die planmässige Besiedlung der Mark Brandenburg begann nach der Eroberung der Brennaborg (slawische Burg auf dem Gebiet der heutigen Stadt Brandenburg) am 11. Juni 1157.
